2026-04-12

Am Anfang steht das Wort

Wenn man in einem Land unter einem schlechten Regime lebt, hofft man auf einen Wechsel, und eines Tages ist es so weit. An die Stelle des schlechten Regimes tritt ein gutes. Wenn man dagegen gewesen war, kann man wieder dafür sein. Wenn man ins Exil gehen musste, kann man wieder zurückkehren. Das Land wird für die, die geblieben, und für die, die gegangen sind, wieder ihr Land, das Land, von dem sie geträumt haben. Die DDR wird nie das Land werden, von dem geträumt wurde. Es gibt sie nicht mehr. Die geblieben sind, können sich nicht wieder an ihr freuen. Die gegangen sind, können nicht wieder in sie zurückkehren ; ihr Exil ist ohne Ende. Daher die Leere. Das Land und der Traum sind unwiederbringlich abhandengekommen.

Bernhard Schlink: Die Enkelin

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und doch:
Am Ende ist der Mensch nur da ganz Mensch,
wo er spielt


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